Die verschiedenen Typen von Deep-Sky Objekten

Doppelsterne * Offene Sternhaufen * Kugelsternhaufen * Planetarische Nebel * Supernova-Überreste - Emissionsnebel * Reflektionsnebel * Dunkelwolken * Galaxien

 

Doppel- und Mehrfachsterne

 

Albireo - Doppelstern im Sternbild Schwan (Foto: Dirk Panczyk)

 

Hierbei handelt es sich um durch gegenseitige Massenanziehung zusammengehaltene Systeme aus zwei, drei oder mehr Sternen.

Beispiel: Der Stern Albireo im Sternbild Schwan, der schon mit einem Feldstecher in seine Komponenten aufgelöst werden kann. Seine Entfernung von der Erde beträgt 400 Lichtjahre.  

 

Offene Sternhaufen

Offener Sternhaufen Messier 29 im Sternbild Schwan (Foto: Dirk Panczyk)

 

Offene Sternhaufen sind Ansammlungen gleichaltriger Sterne mit geringer Sterndichte (20 bis einige Hundert Mitglieder). Sie sind zwischen zwei Millionen und drei Milliarden Jahre alt und befinden sich fast ausnahmslos in der Symmetrieebene der Milchstraße. Diese instabilen Gebilde können sich, z.B. durch Gravitationskräfte, allmählich auflösen.

Beispiel: Die Pleiaden, auch bekannt als das Siebengestirn, im Sternbild Stier. Es ist bereits mit bloßem Auge gut sichtbar und ein ideales Feldstecherobjekt in 400 Lichtjahren Entfernung.

 

Kugelsternhaufen

 
Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules (Foto: Dirk Panczyk)

 

Kugelsternhaufen sind sehr dichte, kugelförmige Ansammlungen sehr vieler gleichaltriger Sterne (etwa 100.000 bis 50 Millionen Mitglieder). Die Zentralgebiete lassen sich oft nicht in Einzelsterne auflösen. Sie befinden sich in einem kugelförmigen Raum rund um das Zentrum der Milchstraße, also außerhalb der Symmetrieebene, und nehmen somit nicht mehr an der Rotation des Milchstraßensystems teil. Es sind demnach die ältesten Objekte in unserer Galaxie.

Beispiel: Der Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules in immerhin schon 25.000 Lichtjahren Distanz.

 

Planetarische Nebel

 
Ringnebel Messier 57 in der Leier (Foto: Dirk Panczyk)

 

Die bisher genannten Deep-Sky-Objekte bestehen aus Sternen. Es gibt jedoch auch welche, die aus interstellarer Materie zusammengesetzt sind.

Die Planetarischen Nebel zum Beispiel bestehen aus einer symmetrischen Wolke interstellaren Wasserstoffs, die von einem heißen Stern im Zentrum, dem sogenannten Zentralstern, ionisiert, d.h.: zum Leuchten angeregt wird. Es ist dies ein ähnlicher Vorgang wie bei dem Gas in einer Leuchtstoffröhre.

Sie sind entstanden durch Gasauswurf eines an seinem Lebensende befindlichen Sterns und sehen in kleinen Teleskopen wie Planetenscheibchen aus, daher ihr Name.

Beispiel: Der Hantelnebel M27 im Sternbild Füchschen in einer Entfernung von 1000 Lichtjahren.

 

Supernova-Überreste

 
Teil des Cirrusnebels im Schwan (Foto: Dirk Panczyk)

 

Im Gegensatz zu den planetarischen Nebeln handelt es sich bei Supernova-Überresten um asymmetrisch geformte Wolken interstellaren Wasserstoffs, die von einem Stern explosionsartig ausgestoßen worden sind und sich im Weltraum ausbreiten.

Supernova-Explosionen werden zumeist in anderen Galaxien beobachtet. Bei der Explosion erreicht der Stern die Leuchtkraft von einigen Milliarden Sonnen, d.h.: soviel wie eine ganze Galaxie. Das Gas hat hierbei eine Anfangsgeschwindigkeit von 10.000 bis 100.000 Kilometern pro Sekunde.

Beispiel: Der Cirrusnebel im Sternbild Schwan. Seine Entfernung beträgt 1500 Lichtjahre.

 

Emissionsnebel

 
Nordamerika- und Pelikannebel im Schwan (Foto: Dirk Panczyk)

 

Die Emissions-Nebel bestehen ebenfalls aus Wasserstoffgas, das durch nahegelegene heiße Sterne zum Leuchten angeregt wird. Auch sie liegen in der Mittelebene des Milchstraßensystems. Auch in anderen Sternsystemen hat man sie schon beobachtet.

Bei vielen dieser Nebel handelt es sich um Sternentstehungs-Gebiete: Neue Sterne werden aus einer Wolke von interstellarem Gas und Staub "geboren".

Beispiel: Der große Gasnebel M42 im Sternbild Orion. Er ist ein absolutes Paradeobjekt und schon mit bloßem Auge sichtbar. Im Feldstecher sieht er fantastisch aus. Seine Entfernung: 1500 Lichtjahre.

           

Reflektionsnebel

 
Blaue Reflektionsnebel um die hellsten Pleiaden-Sterne (Foto: Norbert Mrozek)

 

Reflektionsnebel bestehen aus interstellarem Staub, der durch benachbarte, hellere Sterne beleuchtet und somit erst sichtbar wird. Ihre Lage ist in der Mittelebene des Milchstraßensystems.

Beispiel: Die Reflektionsnebel rund um die hellsten Sterne des offenen Sternhaufens "Pleiaden" im Sternbild Stier.       

           

Dunkelwolken

 
Der berühmte Pferdekopfnebel im Orion (Foto: Dirk Panczyk)

 

Dunkelwolken setzen sich ebenfalls aus interstellarem Staub zusammen, der jedoch in so hoher Dichte vorliegt, daß er das Licht dahinterliegender Sterne verschluckt. Wie ihr Name schon andeutet, sehen sie aus wie sternleere Gebiete in der Symmetrieebene der Milchstraße.

Beispiel: Der berühmte Pferdekopfnebel im Sternbild Orion. Er ist jedoch nur recht schwer visuell zu beobachten. Man muß schon ein größeres Teleskop und einen speziellen Filter verwenden.

 

Galaxien

 
Galaxie Messier 31 im Sternbild Andromeda (Foto: Norbert Mrozek)

 

Den Abschluß der Deep-Sky-Objekte bilden die Galaxien. Es sind eigenständige Sternsysteme, ähnlich unserer Milchstraße, in unterschiedlichsten Formen und Massen.

Es handelt sich um die größten materiellen Systeme im Weltall. Sie sind zumeist in Galaxienhaufen angeordnet, die sich im Raum ungeordnet mit Geschwindigkeiten um 200 Kilometer pro Sekunde nach allen Richtungen bewegen.

Beispiel: Die große Galaxie M31 im Sternbild Andromeda in einer Entfernung von 2,5 Millionen Lichtjahren. Es ist das am weitesten entfernte Objekt, das noch mit bloßem Auge bei dunklem Himmel als schwacher Lichtfleck gesehen werden kann. Man blickt dabei 2,5 Millionen Jahre in die Vergangenheit!

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